08.12.2011

Stimmungswechsel

Als ich den letzten Beitrag schrieb, war ich mieser Stimmung, was ja selten bei mir vorkommt. Aber irgendwie war ich mit dem Leben in diesem Hause nicht mehr zufrieden. Schuld daran ist vor allem der Vorfall mit der Parkinson-Dame. Seither frage ich mich wirklich, ob hier mein Platz ist, wo ich bleiben möchte. Und dass ich plötzlich wieder an mein Leben am LAGO denke, habe ich einem Traum zu verdanken, den ich vor zwei Tagen hatte.

Ich war zu Besuch im Hause meiner Mutter, die aber gerade abwesend war. Ich hatte Probleme mit meinem Sessel, der plötzlich in einem Kanal versank, weil das Wasser immer mehr anstieg. Ich suchte Hilfe, aber die einzige Mieterin im Hause war betrunken. Da sah ich einige junge Leute auf dem Nachbargrundstück, die eine Krippe aufbauten. Ich erkannte sofort, dass sie vom LAGO waren. Wir begrüßten uns und sie versprachen, mir zu helfen. Dann trafen auch noch meine besten Freunde, M.G. und Ivano, aus Italien an und auch sie boten mir ihre Hilfe an. Ja, und dann wachte ich auf. Und es war mir so richtig bewusst geworden, was ich zurückgelassen hatte. Nämlich wahre Freundschaft und die Liebe, mit der die Menschen vom LAGO denken, fühlen und handeln.

07.12.2011

Was für ein Tag!

Heute kamen meine beiden privaten Putzdamen. Das bedeutet auch für mich immer viel Arbeit. Nun kommen sie erst in einem Monat wieder. Solange bleibt der Staub liegen. Jedenfalls bei mir.

Gestern Abend hatte ich ja wieder einen Hörsturz. Kein Wunder bei all dem, was in der letzten Zeit los war bei mir. Aber 'meine' lieben Zahlen haben wieder in einer Nacht alles in Ordnung gebracht.

Ich frage mich, ob es Sinn macht, diesen Blog aufrecht zu erhalten. Denn über wirklich Privates kann ich ja sowieso nicht schreiben. Ja, nicht einmal über mein Leben im Heim kann ich alles sagen. Ich merke doch immer mehr, dass mir der direkte zwischenmenschliche Austausch, den ich mit meinen Freunden in Italien hatte, sehr fehlt. Jeden Morgen erzählten meine Freundin Tamara und ich uns alles, was uns bewegte, was wir geträumt hatten oder uns Sorgen machte. Einmal in der Woche traf ich mich zum Mittagessen bei jungen Freunden, wo wir das Gleiche taten. Jeder wusste alles über jeden. Das war eine Gemeinsamkeit, die einfach nur guttat. Eventuell werden wir ab Weihnachten diese Gespräche mit Skype wieder aufnehmen können.

06.12.2011

Der Nikolaustag

Ja, den habe ich nicht mehr gefeiert seit meine Kinder klein waren. Aber hier bleibt Einem ja nichts erspart *lol* Das soll aber nicht etwa ein Meckern sein. Man versucht ja mit allen Mitteln, uns Alten bei guter Laune zu halten. Und so kam der Küchenchef persönlich an jeden Tisch, um jedem Gast eine Tüte mit Leckereien zu überreichen. Und heute Nachmittag wurde zu einer großen Kuchenschlacht eingeladen. Da haben viele Mitglieder des Serviceteams ihre besten Kuchenrezepte gebacken. Letztes Jahr hatte ich auch teilgenommen, aber heute war mir nicht danach. Ich bin immer noch dabei, mich von den letzten Tagen zu erholen. Und bin dabei, schon etwas Weihnachtspost zu erledigen.

Kein Wunder...

...dass ich trotz allem Stress der letzten Tage und Wochen, immer wieder meine gute Laune wiederfinde. Es ist der bekannte italienische Ernährungsspezialist Giorgio Calabrese, der behauptet, dass der Verzehr von Nudelgerichten, Schokolade und Rotwein, die beste Versorgung mit dem Gute-Laune-Hormon Serotonin gewährleistet. Nun, Rotwein trinke ich zwar nicht, aber zweimal in der Woche mache ich mir einen Teller Spaghetti, und schwarze Schokolade jeden Tag ist, seit ich in DE lebe. ein unbedingtes Muss für mich. Kein Wunder, denn die Zeiten, in denen in meiner italienischen WG das Lachen zur Tagesordnung gehörte, sind endgültig vorbei.
Nudeln scheint meine Smiliequelle nicht zu kennen.

05.12.2011

Mein Laptop...

...ist wirklich nur eine Notlösung. Wenn ich 15 Minuten dransitze, krieg ich schon Kopfweh. Ich sehne mich nach einem vernünftigen PC. dann macht alles wieder Spaß. Freitag ist es hoffentlich soweit.

Nach der Unpässlichkeit unserer kleinen Parkinson-Dame hat wohl ein Umdenken stattgefunden. Sie sitzt wieder bei uns am Tisch, aber das Personal hält nun immer ein besonderes Auge auf unseren Tisch. Auch kommen Betreuer vorbei, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist.

Der erste Schnee

Heute Morgen sah ich, dass mein Balkon voller Blätter war. Da hier die Balkons im Winter nicht gesäubert werden, wischte ich die Blätter zusammen, denn mein Balkon ist auch mein erweiterter Kühlschrank. Eine Stunde später kam eine Art Schneegestöber, das zwar nicht lange anhielt, aber ich war doch froh, dass ich vorher gefegt hatte.

Das mit dem Schnee war allerdings nur ein kurzes Gastspiel, und so konnte ich doch einen Spaziergang machen. Es waren aber nur Senioren unterwegs, die noch gut zu Fuß sind. Denn alle über 80-Jährigen haben große Angst zu fallen.

2. Advent

Ja, der sollte eigentlich gemütlich, besinnlich und mit viel Musik werden. Also so ein Bilderbuch-Advent. Natürlich wurde nichts daraus. Der Stressteufel arbeitet immer noch. Und spazierengehen war auch nicht möglich.

Aber immerhin schaffte ich es, meine Nachbarin in der Pflegestation zu besuchen. Sie hat sich sehr gefreut und kommt in 14 Tagen wieder zurück in ihre Wohnung. Wieder war ich fasziniert von der warmen und gemütlichen Atmosphäre auf der Station.

Abends hatte ich dann mal wieder eine durchgebrannte Sicherung. Wenn das passiert, geht auch das Telefon nicht. Aber dafür hat man ja den Notruf. man muss ihn nur finden im Dunkeln! Es kam eine sehr fröhliche junge Dame, um mir zu helfen.

Sooo schlecht war der Tag auch wieder nicht. Habe schon einige Weihnachtsbestellungen erledigen können.

Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

04.12.2011

Webseite im IE

Soeben habe ich festgestellt, dass meine HP im Internet Explorer nicht funktioniert. Ob das nur auf meinem Laptop so ist, weiß ich natürlich nicht. Ob ich den Support erwische, weiß ich auch nicht, denn alle meine Kontaktdaten sind vorläufig im Nirvana.

Ansonsten sitzt mir der Schreck von gestern noch im Nacken, auch wenn ich nicht daran denke. Mal sehen, ob ich es heute schaffe, in der Pflegestation sie zu besuchen, falls sie überhaupt dort liegt.

03.12.2011

Ein Schock

Vorhin beim Mittagessen bekam unsere kleine Parkinsondame einen schweren Hustenanfall. Sie selber hatte mir mal gesagt, dass sie daran ersticken könnte. Noch ehe ich es schaffte, an ihren Notruf-Knopf zu kommen, war sie schon mit ihrem Kopf fast am Boden. Die Demenzdame half mir, sie hochzurichten, damit ich den Notruf betätigen konnte. aber es kam niemand. Noch eine Dame vom Nachbartisch half uns, Frau S. zu halten und Frau M. ging los, um Hilfe zu holen. Nach 5 Minuten kam dann endlich eine Pflegerin und meinte zu uns, es sei kein Grund zur Aufregung. Wenn wir aufgeregt waren, dann wegen der Tatsache, dass niemand gemerkt hatte, was bei uns am Tisch geschah. Als man sie schließlich wegbrachte, stellte man fest, dass neben ihrem Stuhl alles voller Scherben lag. Wenn Frau S. noch tiefergerutsch wäre oder ganz aus dem Stuhl gefallen, hätte sie sich das ganze Gesicht zerschneiden können. Ich denke, dass sie nun nicht mehr mit uns essen wird. Es war ihr einziger Kontakt zur Außenwelt, der ihr geblieben war.

Die Kerze habe ich für Frau S. angezündet. Mehr können wir nicht für sie tun.


Laptop

Mein Läppi ist zwar für die Augen äußerst ungeeignet, aber als Gehirnjogging kann man sich nichts Idealeres wünschen. Er zwingt mich nämlich, ständig zwischen drei Sprachen hinundher zu joggen. Für meine PC-Helfer nicht das Wahre, denn zumindest Italienisch kann keiner von ihnen. Nun, in einer Woche, so der Himmel und mein Herr A. es wollen, werde ich einen funkelnagelneuen Computer genießen können. Herr A. hat mir versprochen, ihn so zu konfigurieren, dass er genau meinen Bedürfnissen entspricht. Also schaun mer mal.

Eigentlich...

...sollte ich jetzt so vernünftig sein, und ins Bett gehen, aaaaber..........leider bin ich wohl pc-süchtig.

Der heutige Tag war gut, die Bauarbeiter machen bis Montag Pause, haben aber bei mir reingeschaut, ob auch alles funktioniert. Tat es. Dann haben meine Freunde und ich uns für den Heiligen Abend verabredet, denn da haben unsere Familien anderweitige Verpflichtungen.
Ich schaffe es neuerdings auch, immer öfter ganz ohne Stock zu gehen. Zumindest in der Wohnung. Das konnte ich das ganze Jahr nicht mehr.

Und nun ist doch die Heia angesagt.

02.12.2011

Einmal Stress, immer Stress

So langsam glaube ich, dass es einen Stressteufel gibt- hmm. Ich erspare meinen eventuellen Lesern, was nun wieder passiert ist. Aber so schnell kriegt der mich nicht klein!!!

Vorhin in der Warteschlange bei unserer Hausbank lernte ich eine Dame kennen, die erst seit zwei Monaten hier ist und mir gleich von ihren Problemen erzählte. Und dass sie niemanden hätte, der ihr in irgendeiner Angelegenheit helfen könnte. Ich hab ihr meine Telefonnummer gegeben, denn wir verstanden uns gleich sehr gut. Zumindest kann ich ihr viele Tipps geben, wie sie sich das Leben erleichtern kann. Damit meine ich keine Gesundheitstipps. Mit denen kann sowieso kaum jemand was anfangen. Es wäre schön, wenn ich endlich mal Zeit auch für andere Menschen habe, anstatt mich nur mit PC- und sonstigen Problemen befassen zu müssen.


01.12.2011

Ein Unglück...

...kommt selten allein. Heute Morgen pünktlich um acht Uhr begann direkt unter meiner Wohnung ein höllischer Lärm, der richtig wehtat in den Ohren. Da ich den Elektriker erwartete, konnte ich mir auch kein Oropax in die Ohren stopfen, denn dann hätte ich die Klingel nicht gehört. Als der gute Mann dann kam, war es unten still. Kaum war er wieder weg, ging es wieder los. Bald darauf sollten ja die Putzdamen kommen - also mit Weglaufen war da nix. Ab 12 Uhr darf kein Lärm mehr gemacht werden, aber ich - und die Putzfrauen auch - war völlig fertig. Nach ein paar Schlucken Jiaogulan erholte ich mich wieder. Später, nachdem ich vom Essen zurückkam, stellte ich fest, dass Telefon, Internet und TV nicht mehr funktionierten. Natürlich sagte ich sofort im Büro Bescheid, aber es dauerte fast zwei Stunden, bis alles wieder paletti war.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Mein PC-Doktor - so nennt er sich selber - kann alle meine Daten retten. Auf einen neuen PC muss ich allerdings eine Woche warten.

Große Hilfe...

...bei all meinem Stress bekomme ich sei es von den Zahlenreihen wie auch von dem Jiaogulan-Tee. Ich schlief erst gegen ein Uhr ein, war aber um 5 Uhr schon wieder putzmunter. Da gleich nach dem Frühstück der Elektriker kommt und so Einiges zu tun hat in meiner Wohnung und danach gleich die Putzfrauen, muss ich ja vorher Ordnung schaffen etc.pp.

Gestern hatte ich mal wieder einen Spaziergang gemacht und stellte fest, dass die Bäume nicht nur kahl sind, sondern sie machen mir auch bereits einen durstigen Eindruck. Naja, ist ja nicht das Einzige, was in unserem Lande schiefläuft. Ich denke zwar über alles nach, aber spreche es lieber nicht aus. das würde nämlich eine laaaange Liste werden.

30.11.2011

Katastrophe

Das hatte ich in dem neuen Tagebuch geschrieben

Heute Morgen, nachdem mein PC-Fachmann schon wieder weg war, hat mein Computer seinen Geist aufgegeben. Es muss wohl ein neuer angeschafft werden. Ich hoffe nur, dass mein Herr A. meine Daten noch retten kann.
Dieser Blog muss auch erst eingerichtet werden, aber dazu fehlt mir die Zeit. Ich schreibe jetzt auf meinem alten Laptop, der aber für meine Augen viel zu anstrengend ist.

HURRA

Ich habe nun doch dieses Tagebuch retten können. Einige der letzten Beiträge gingen dabei zwar verloren, aber jedenfalls geht es nun mit dem gewohnten Design weiter. Morgen werde ich auch die Smilies wieder finden. Hab auf die Schnelle nur dieses Schild gefunden. Morgen wird es besser.

25.11.2011

Langsam

Ja, ich komme nur langsam voran. Aber es wird schon.

Heute war ich entsetzt, als ich zum Mittagessen ging. Ich war ja drei Tage nicht unten gewesen. Meine Alzheimer-Tischnachbarin war in einem fürchterlichen Zustand und meinte, man hätte sie in der Therapiegruppe nicht mehr haben wollen. Sie wusste nicht mehr, wo ihr Rollator war usw. und so fort. Wenn es so weitergeht, wird man sie wohl woanders hinbringen. Traurig, soetwas mitzuerleben. Aber das Leben im Heim ist eben so. Ich bin immer froh, wenn ich wieder in meinen vier Wänden bin. Da bleibt alles andere draußen. Ich fühle mich so wohl in meiner "Bude". Könnte es gar nicht schöner haben.

23.11.2011

Bin glücklich

Nun scheine ich doch meine Webseite hinzukriegen. Zwar kein neues Design und mit einer Vorlage, an die ich gebunden bin, aber soeben habe ich die Startseite in Ordnung gebracht und werde nun auch die anderen so langsam gestalten können. Und zwar OHNE Hörsturz. Denn der war ja nur stressbedingt, weil ich immer nur Bahnhof verstand.

Morgen mehr. Heute war viel Sesselschlaf angesagt, denn ich musste mich von gestern erholen.

An alle Mitleser

Aus gegebenen Anlass teile ich meinen Mitlesern mit, dass ich keine privaten Mails mehr beantworten kann, denn dafür reicht meine Zeit nicht. Wer ganz spiezelle Fragen an mich stellen will, kann das auf meiner Webseite unter "Kontakt" tun. Beantworten werde ich sie, sofern sie von allgemeinem Interesse sind, anonym unter "Leser fragen mich".

Super

Über Nacht habe ich mit den Zahlen meinen Hörsturz ganz wegbekommen. Darüber berichte ich in meiner Webseite. Um fünf Uhr bin ich schon quietschfidel aufgestanden und hab mich an den PC gesetzt. Aber nun werde ich mir noch vor dem Frühstück ein Nickerchen gönnen. Hab mich gerade mit meinem Text auf meiner HP rumgequält - es wird noch dauern, bis ich das alles kapiert habe.

Heute Nacht sah ich mir einen Teil der Maisberger-Talkshow an (abends konnte ich das nicht, denn ich verstand kein Wort!), in der über unser aller Rentenzukunft geredet wurde. Ich sage dazu nur, dass man sich, möglichst ohne Chemie, fithalten sollte, sich vernünftig ernähren und immer in Bewegung bleiben. Damit meine ich nicht unbedingt laufen - das natürlich auch - sondern noch den eigenen Haushalt selber bewältigen. Meine Schwiegertochter sucht mir jetzt einen kleinen, handlichen Staubsauger, sodass ich auch das Saubermachen selber in die Hand nehmen kann. Denn an Weihnachten fällt mindestens einmal das Putzen weg, da muss ich dann selber ran. Aber auch für alles andere gibt es heute so viele Hilfsmittel, die es einem möglich macht, autark zu bleiben.