27.03.2012

Buchprojekt

Gestern war nun unser Journalist bei mir, der unser gemeinsames Buchprojekt zusammenstellen will,  und hat mir anhand eines meiner Geschichten viele Fragen über mein Leben gestellt. Ich habe nur so gestaunt, was da bei mir in meiner Erinnerung wieder zutage kam. Zum Beispiel erinnere ich jetzt plötzlich wieder den Namen der Straße, in der ich bis zum Schulalter gewohnt habe. Und dass es in der langen Straße außer einem Taxi noch kein weiteres Auto gab. Das Bier wurde noch mit Pferdewagen geliefert. Ich habe gar nicht gedacht, wie spannend es sein kann, auch in der Vergangenheit rumzustöbern.

26.03.2012

Erfolg

Gestern Nacht hatte ich das Bedürfnis, noch etwas zu laufen, denn am Tage hatte ich es nicht geschafft, ins Freie zu gehen. Also ging ich auf unseren sehr langen Flur, nur mit einem Stock bewaffnet, und lief 10 Minuten lang hin und her. Es wäre auch ohne Stock gegangen, aber wenn ich alleine bin, will ich kein Risiko eingehen. Sowie ich Zeit habe, werde ich meinen ersten Spaziergang ohne Rollator machen. Freu mich jetzt schon drauf. Seit ich vor 15 Monaten aus Italien hierher kam, war mir das nie möglich gewesen.

Der gestrige Tag ging drauf, um eine handgeschrieben Lebensbeschreibung auf eine Dina4-Seite zu verfassen. Die muss ich meinem Antrag für die Wohnung beifügen. Zuerst versuchte ich es tabellarisch, aber das fand meine Familie zu unpersönlich und kalt. Sie sollte erzählerisch geschrieben werden. Nun, bei meinem abenteuerlichen und bewegten Leben und mittlerweile steifen und tauben Händen, schien mir das ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Aber nach mehreren Versuchen schaffte ich es. Nur ob das jemand ohne Lupe lesen kann, bezweifle ich stark. Daher füge ich noch ein gedrucktes Worddokument hinzu.

24.03.2012

Erkältung

Vor einigen Tagen wurde ich mal wieder von einer Erkältung heimgesucht. Die zweite in 15 Monaten. Als ich letzten Sommer erkältet war, waren monatelanger psychischer und physischer Stress die Ursache. Mein Immunsystem war im Keller. Obwohl ich eine Nacht hohes Fieber hatte, konnte ich die Erkältung mit allen üblichen Erscheinungen wie Halsweh, Schnupfen und Husten, in nur drei Tagen überwinden, ohne mir irgendwelche Tees oder Säfte zuzubereiten. Meine einzige Kur waren die russischen Zahlenreihen nach Grabovoi. Und genau dasselbe geschah in den letzten Tagen. Außer einer Zerschlagenheit und starker Schleimabsonderung, konnte ich alle anderen Symphtome im Keim ersticken und nach drei Tagen war der Spuk wieder vorbei. Mittlerweile habe ich schon mehrere Menschen für diese geniale Methode begeistern können und wo immer ich kann, berichte ich davon. Natürlich wende ich die Zahlen auch für viele andere Beschwerden an und lerne immer mehr, mit ihnen umzugehen. Sie sind m.M. nach ein wahrer Segen für die Menschheit.

23.03.2012

Noch nicht sicher

Gestern habe ich mir nun die Wohnung angesehen und mich sofort verliebt in sie. Sie hat die richtige Größe, ist freundlich, ruhig und kuschelig. Da es sich um eine Eckwohnung handelt, habe ich auch keine direkten Nachbarn. Das Haus hat nur 45 Bewohner und das Zusammenleben ist sehr familiär. Ansonsten handelt es sich um eine normale Mietwohnung und man ist keinen besonderen Regeln unterworfen. Zum nächsten  Bioladen und einem Biosupermarkt muss ich nur die Straße überqueren.
Nun muss ich aber erst einen Antrag stellen, ob sie mich überhaupt nehmen. 

17.03.2012

Hurra

In einigen Monaten werde ich nach Hamburg ziehen in einen Senioren-Stift, der ganz in der Nähe meiner Kinder liegt. Dort bekomme ich eine größere Wohnung mit Küche, sodass ich mich endlich ganz selbst versorgen kann. Aber das Allerschönste ist, dass ich dann meine Kinder öfter sehen kann, was in so vielen Jahren, ja Jahrzehnten, nie möglich war. Ich freue mich riesig und bin gespannt auf alles Neue, was auf mich zukommt. Aber auch dieses Jahr in Großhansdorf im Rosenhof war ein tolles Jahr, das ich in bester Erinnerung behalten werde. Und nun werde ich hier noch den Frühling genießen, der für mich schon letztes Jahr ein besonderes Erlebnis war. Von meinem Riesenfenster aus sehe ich auf eine dichte Baumreihe, hinter der nach und nach alle Häuser dahinter verschwinden. Und dann werden wieder die Amseln auf meinen Balkon kommen, um mir was vorzusingen. Das ist Freude pur.

13.03.2012

Schreiben

Hier im Seniorenheim fand gestern das erste Treffen statt, um ein neues Buch von Mitgliedern zu schreiben, wie es bereits seit einigen Jahren Brauch ist. Wir sind 7 Bewohner, die daran teilnehmen. Die erste Begegnung war der Vorstellung gewidmet, wo jeder mit wenigen Worten das Wichtigste über sich sagen konnte. Alle Teilnehmer sind über 80 Jahre alt und ein Herr sogar stolze 101! Ich staunte nur so, wie er noch die meisten Daten im Kopf hatte!
Wir treffen uns einmal im Monat. Die Schreibwerkstatt wird von einem Journalisten geleitet, der jedem, wie er es braucht, beim Aufzeichnen der Texte behilflich ist.

09.03.2012

Kopfhörer

Um andere Mitbewohner nicht zu stören, habe ich mir für den Fernseher einen Kopfhörer angeschafft. Ich hatte die schlechte Gewohnheit, nachts zum Einschlafen den TV anzumachen und schlief natürlich dabei ein. Bis dann eines Tages sich jemand beschwerte - mit Recht. Nun hab ich es mal mit dem Kopfhörer versucht, aber davon bekomme ich Herzschmerzen und mein Kopf brummt. Ab jetzt werde ich ohne alles einschlafen, das ist sicher gesünder. Das machte man früher ja auch.

06.03.2012

Herrlich

Heute habe ich meinen ersten Parkrundgang machen können ohne jede Beschwerden. Nun kann ich doch dort das Erwachen der Natur verfolgen. Bisher sind es nur die Krokusse und Forsythien, die anfangen zu blühen.

03.03.2012

Lesen

Schon seit langer Zeit strengte mich Lesen sehr an, da ich ja keine Brille tragen kann. Erst, seit ich meine Augen mit den russischen Zahlencodes behandle, schaffe ich es, auch eine Stunde problemlos in einem Buch zu lesen.

02.03.2012

Ein toller Tag

Der gute Antonius scheint sich nicht gemeldet zu haben. Vielleicht hilft er nur gläubigen Katholiken?

Aber ich habe große Fortschritte mit meiner Hüfte gemacht. Heute musste ich mal wieder meinen 14-tägigen Großeinkauf machen, zu dem ich immer ein Taxi nehmen muss, weil ich lange Strecken nicht mehr laufen soll. Nun, vor zwei Wochen war es noch ein sehr anstrengendes Unterfangen gewesen und ich brauchte einen ganzen Tag, um mich davon zu erholen. Heute ging alles reibungslos. In der Wohnung brauche ich sowieso meinen Stock nur morgens früh.

28.02.2012

Auch göttlich

Eine liebe Freundin hier im Heim hatte meinen Zweitschlüssel an sich genommen, damit sie nicht immer klingeln müsste. Nun kann sie ihn nicht mehr finden. Ich habe sie immer getröstet "er wird schon wieder auftauchen", aber vom hl.Antonius habe ich ihr nichts gesagt, denn sie ist keine Katholikin. Ich bin zwar erst seit knapp 20 Jahren katholisch, aber den lieben Antonius kenne ich gut. Immer und immer wieder musste ich ihn ansprechen, wenn ich partout etwas nicht finden konnte. Und IMMER hat er mir geholfen, es sei denn, die Sache war im Müll gelandet. Aber selbst dort konnte ich noch etwas rausholen.

Gestern nun wagte ich es, meiner Freundin vom Antonius zu erzählen, denn man hatte ihr gesagt, mein bisheriges Schloss müsste ausgebaut werden - warum auch immer. Wenn ich meinte, auf Unverständnis zu stoßen, hatte ich mich gründlich getäuscht. Denn meine Freundin hatte von dem Heiligen schon gehört und nur Gutes. Jaaa, sie würde ihn anrufen und um Hilfe bitten. Ich bin gespannt, ob sich der Schlüssel wieder anfinden wird.

25.02.2012

Einfach 'göttlich'

Dieses Video habe ich gerade gefunden Ich find´s süß. Ob das andere auch so sehen???

 

Was soll ich schreiben?

Seit ein paar Tagen weiß ich nichts mehr zu berichten. Das Leben geht seinen Gang, ich bin zufrieden so wie es ist, aber es geht nicht vorwärts. D.h. ich habe seit drei Tagen einen neuen Computer und bin sehr froh darüber, denn er ist nicht nur schneller sondern auch besser für meine Augen. Auch sonst geschehen sehr positive Dinge, aber keine, über die ich schreiben könnte. Vielleicht ist nur die plötzliche Frühlingsluft an allem schuld, die mich irgendwie träge macht. Es wird sicher wieder anders werden.

19.02.2012

Kaum zu glauben

Es ist nun ein Monat her, dass man mir prophezeite, NIE mehr laufen zu können und NIE mehr ohne Schmerzen zu sein, wenn ich mich nicht einer OP unterziehen würde. Fehlanzeige. Meine Schmerzen sind so gut wie weg und laufen kann ich immer öfter auch mal ohne Stock, allerdings nur in der Wohnung. Ich hätter nicht gedacht, dass sich eine so große Besserung in so kurzer Zeit einstellen würde.

18.02.2012

Eine Frage

Bei all diesem Medien-Wirbel um Wulff frage ich mich ernsthaft, ob wir alle das Recht haben, uns als sein Richter aufzuspielen. Als bekennender Christ, meine ich, dass uns das nicht zusteht. Mir geht es nicht um die Schuldfrage - mit der muss er selber klarkommen - sondern um unsere Reaktion. Mir kommt die ganze Sache wie eine Lynchung vor. Hier wird systematisch ein Mensch fertig gemacht. Ich bin von dem allen nur angewidert. Und wohlgemerkt, meine Meinung hat auch nichts mit Mitleid zu tun. Sondern ich frage mich nur, wie weit dürfen wir selber gehen, um mit unserem eigenen Gewissen im Reinen zu sein?

16.02.2012

Keine OP

Nun habe ich mich entschlossen, auf keinen Fall eine OP machen zu lassen. Vielleicht werde ich nie wieder so gut laufen können, wie früher, aber meinen Spaziergang von einer halben Stunde schaffe ich jeden Tag. Da ich nicht die Absicht habe, je an einem Marathonlauf teilzunehmen, sehe ich auch nicht ein, warum ich mich einer OP unterziehen soll. Im schlimmsten Fall gibt es Rollstühle. Jedenfalls erspare ich mir so viel unnötigen Stress, der sicher auch seine Nebenwirkungen hätte, da ich ja keinerlei Medikamente vertrage.

11.02.2012

Mein altes Forum

Für alle, die es interessieren könnte: ich habe mein altes Forum wieder aktiviert, allerdings nur als Datenbank. Man kann also lesen und Beiträge suchen, aber nicht schreiben. Die Adresse ist http://72342.homepagemodules.de/

09.02.2012

Es geht immer besser

Seit Tagen bin ich nun wieder schmerzfrei und kann zuversichtlich in die Zukunft sehen. Und das alles, ohne jedes Medikament genommen zu haben. Glaubt mir ja kein Mensch, außer denen, die mich umgeben. Und die nur so über meine Fortschritte staunen. Zwar kann ich noch keine langen Strecken laufen, aber vielleicht kommt das ja auch noch.

07.02.2012

Kälte

Ich zünde eine Kerze an für alle Menschen, die in diesem Winter frieren müssen. Ganz besonders für die alten Menschen, die aus finanziellen oder sonstigen Gründen sich nicht dagegen wehren können. Gleichzeitig möchte ich auch meine Dankbarkeit aussprechen, dass ich nicht zu ihnen gehöre. Aber das war nicht immer so.

04.02.2012

Das Altern

Noch nie wurde soviel über das Altern geredet, wie in heutiger Zeit. Das war früher einfach kein Thema. Ich erinnere mich, dass ich mich zum erstenmal für dieses Problem interessierte, als ich selber eine alte alzheimerkranke Dame betreute. Aber ich erinnere auch, dass sonst so gut wie niemand über das Altwerden reden wollte. Vor allem die jüngeren Menschen nicht. Das ist heute anders, weil man mittlerweile begriffen hat, dass wir dieses Problem niemals in den Griff bekommen werden, und zwar aus vielerlei Gründen. Und dass auch die Jugend heute weiß, dass sie mit dem Altern früher oder später konfrontiert wird. Denn jeder hat ja Eltern, um die sich eines Tages jemand kümmern muss. Aber wer? Es ist erschreckend, was da auf unsere Gesellschaft zukommt.